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Soziale Gruppenarbeit

Zielgruppen

 

Die soziale Gruppenarbeit bzw. ein Soziales Training soll älteren Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsproblemen und Verhaltensproblemen helfen. Dies geschieht mit Hilfe gruppenpädagogischer Konzepte. Diese Konzepte müssen genau auf das Alter und die Kompetenzen der Zielgruppe abgestimmt sein, und werden deshalb stetig zielgruppenorientiert angepasst. Vereinfacht kann dies folgendermaßen dargestellt werden.

Für die älteren Kinder (Schulkinder) ist es sinnvoll eine soziale Gruppenarbeit durchzuführen, welche sich aus attraktiven Freizeitangeboten, notwendigen Unterstützungsangeboten und Elementen des Sozialen Trainings zusammensetzt.

 

Bei Jugendlichen mit Defiziten im Bereich der sozialen Kompetenzen oder auch strafrechtlich in Erscheinung getretenen Jugendlichen kann die Durchführung eines Konfrontativen Sozialen Trainings oder eines Anti-Aggressivitäts-Trainings (lerntheoretisch-kognitive Trainingskurse) sinnvoll sein. Diese sozialpädagogischen Behandlungsmaßnahmen für auffällige Jugendliche haben Veränderungen im Verhalten zum Ziel und wollen die „ungekonnt- unglücklichen“ Verhaltensweisen und problematischen Einstellungen positiv beeinflussen. Es handelt sich hierbei um gruppenpädagogische Behandlungsmaßnahmen für junge Menschen mit Schwierigkeiten in der alltäglichen Lebensgestaltung, Zukunftsplanung und in zwischenmenschlichen Beziehungen.

 

Neben die Zuweisung durch den ASD kann die Grundlage für eine Teilnahme auch eine Weisung nach § 10 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 JGG oder die Bewährungsauflage nach § 23 JGG sein. Es ist ebenfalls möglich, das Training, oder zumindest Elemente daraus, in Schule oder Jugendhilfe, als Maßnahme sekundärer Prävention, durchzuführen.

 

Die, in Frage kommenden, Kinder und Jugendlichen werden in erster Linie auffällig durch Defizite in ihrer Persönlichkeitsentwicklung bzw. einer Lebenswelt, die geprägt ist durch:

  • Probleme in lebenspraktischen Bereichen

  • fehlendes Unrechtsbewusstsein

  • eine problembehaftete Schullaufbahn

  • unangemessene und respektlose Umgangsformen gegenüber Anderen/Autoritäten

  • unzureichende oder fehlende Zukunftsperspektive

  • defizitäre Familienzusammenhänge

 

Ziele des Angebotes


Die vom Träger angebotene Soziale Gruppenarbeit nach §§ 27/29 SGB VIII soll auf der Grundlage eines gruppenpädagogischen Konzeptes die Entwicklung von älterer Kindern und Jugendlicher durch soziales Lernen in der Gruppe fördern.

Die konkreten Ziele der sozialen Gruppenarbeit ergeben sich aus den Problemlagen der Betreuten und allgemein aus den altersspezifischen Themen der Zielgruppe.
Das zentrale Ziel ist die Erweiterung der sozialen Kompetenz und der damit einhergehenden Fähigkeit zum Einschätzen der eigenen Rolle und der angewandten Handlungsmuster. Es wird aktiv Einfluss genommen auf das Denken, Fühlen und Handeln der Gruppenmitglieder. In einem geschützten Rahmen können die Kinder und Jugendlichen neue Handlungsmuster einüben und sie werden angeregt, diese in andere soziale Systeme zu transferieren.

Für Kinder ist es unseres Erachtens wichtig, neben Elementen des Sozialen Trainings eine Vielzahl an Freizeit- und Unterstützungsangeboten in der Gruppenarbeit zu erleben. Diese könnten beispielsweise,

  • Hausaufgabenhilfe,

  • Gruppenspiele,

  • Sportaktivitäten,

  • Freizeitaktivitäten außerhalb des Stadtteils,

  • erlebnispädagogische Anteile,

  • jungen- und mädchenspezifische Angebote,

  • Beziehungsarbeit,

  • Beratungsgespräche (Konflikt- u. Krisenintervention),

  • gemeinsames Mittagessen und Zubereiten von Speisen,

  • und partielle Elternarbeit sein.

 

Bei Jugendlichen, straffällig gewordenen oder sich abweichend verhaltenden Jugendlichen sind die Trainingsziele des Sozialen Trainingskurses folgende:

  • Bewusstmachung von Verantwortung für die eigene Lebenssituation

  • Förderung pro-sozialen Verhaltens

  • Förderung von moralischem Bewusstsein

  • Reduzierung deviant/delinquenter Verhaltensmuster

  • Förderung von Handlungskompetenzen

  • Eröffnung von Handlungsalternativen

  • Bewusstmachung eigener Verantwortung für begangene Taten

  • Vermittlung von Opferperspektive

 

Zu den äußeren Merkmalen eines Sozialen Trainings, in Abgrenzung zur Sozialen Gruppenarbeit, sind folgende Punkte auszuführen: Die Zielsetzung, die zeitliche Begrenztheit und die Geschlossenheit der Gruppe.

 

Zielsetzung: In einem sozialen Trainingskurs werden ausschließlich die aktuellen Defizite der Teilnehmer bearbeitet. Diese Sozialisationsdefizite sind das Fehlen von bestimmten sozialen Fähigkeiten, Kenntnissen und Einsichten die bei einer durchschnittlich verlaufenen Sozialisation erworben sein sollten. Es wird demnach darauf verzichtet die Vergangenheit bzw. die „schreckliche Kindheit“ aufzuarbeiten, sondern Trainingsinhalt ist die Vermittlung sozialer Kompetenzen.

 

Zeitliche Begrenztheit: Ein sozialer Trainingskurs ist auf die Dauer eines festgelegten Zeitraumes beschränkt. Es handelt sich also nicht um eine fortlaufende Gruppenarbeit, sondern das Ende der Trainingsmaßnahme ist vorher bekannt und sollte in jedem Fall absehbar sein.

 

Geschlossenheit der Gruppe: Die Trainingsteilnehmer werden zum Zwecke der gemeinsamen Maßnahme zusammengeführt. Nach der abgeschlossenen erfolgreichen Kennenlernphase ist so ein vertrauensvolles Miteinander, nach gemeinsam erarbeiteten Spielregeln, möglich. Dieses ist für den erfolgreichen nachhaltigen Erwerb von sozialen Kompetenzen zwingend notwendig.

 
Max und Moritz Jugendhilfe e.V. - Hamburg, Powered by Joomla!